Das Hessische Grundsteuergesetz

Das Hessische Grundsteuergesetz bezieht sich auf die Grundsteuer B und die Grundsteuer C.

Die Grundsteuer B wird für unbebauten und bebauten Grundbesitz erhoben, die Grundsteuer C für baureifes Bauland. Anders als im Bundesmodell sind vor allem die Grundstücksgröße und die Wohnfläche für die Berechnung entscheidend.

Hessen hat sich neben Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg für ein eigenes Berechnungsverfahren entschieden. Die sogenannte Öffnungsklausel im Zuge der Grundsteuerreform ermöglicht dies.

Neben der Wohnfläche ist auch die Nutzungsfläche anzugeben, das müssen Sie insbesondere bei gemischt genutzten Gebäuden berücksichtigen. Auch der aktuelle Bodenrichtwert aus dem Jahr 2022 wird zur Berechnung der Grundsteuer benötigt. Diesen brauchen Sie nicht selbst anzugeben, die Hessische Steuerverwaltung erhält diesen automatisch von den Katasterämtern.

Berechnung nach dem Flächen-Faktor-Modell

Die Berechnung des Grundsteuermessbetrags erfolgt durch die Finanzverwaltung. Sie brauchen hier also nur Ihre Grundstücks-, Wohn- und Nutzflächen anzugeben. Das Finanzamt multipliziert diese mit gesetzlich festgelegten Beträgen und einem Lage-Faktor.

Die Berechnung Ihrer Grundsteuer erfolgt in drei Schritten:

Schritt 1: Die Flächenbeträge

Die reine Grundstücksfläche, auch bei unbebauten Grundstücken, wird mit 0,04 Euro pro Quadratmeter berechnet.

Wohnräume werden zunächst mit 0,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche veranschlagt. Da Wohnraum durch die Steuermesszahl um 70 Prozent reduziert wird, fallen tatsächlich nur 0,35 Euro pro Quadratmeter an.

Für Nutzflächen, also Gebäudeflächen, die nicht als Wohnraum genutzt werden, fallen 0,50 Euro pro Quadratmeter an.

Schritt 2: Der Faktor

Die errechneten Flächenbeträge werden nun mit einem Faktor multipliziert. Über die Höhe des Faktors entscheidet die Wohn-, beziehungsweise die Grundstückslage.

Hierfür zieht die Finanzverwaltung den geltenden Bodenrichtwert heran und vergleicht diesen mit dem durchschnittlichen Bodenrichtwert der Kommune.

Der Grundsteuermessbetrag steht somit fest und wird Ihnen als Eigentümer durch einen schriftlichen Bescheid mitgeteilt.

Schritt 3: Festlegung der Grundsteuer durch die Gemeinde

Die eigentliche Berechnung der Grundsteuer erfolgt in den einzelnen Gemeinden. Diese multiplizieren den von den Finanzämtern ermittelten Grundsteuermessbetrag mit dem sogenannten Hebesatz. Wie hoch der Hebesatz ist, hängt von den Regelungen der Gemeinden ab. Diese können den Hebesatz selbst festlegen, beispielsweise um starke Grundsteuererhöhungen auszugleichen.

Unterschiede zum Bundesmodell

Das Bundesmodell, das von den meisten Bundesländern zur Berechnung der Grundsteuer genutzt wird, berücksichtigt neben den Flächen und der Lage auch den Wert des Gebäudes, das Baujahr und den Ertragswert. Der Ertragswert beinhaltet Mieteinnahmen oder theoretische Mieten in Form von statistisch ermittelten Beträgen.

Erforderliche Angaben nach dem Hessischen Grundsteuergesetz

Diese Daten zu Ihrem Grundbesitz benötigen die Finanzämter:

    • Ihr Aktenzeichen
    • Die Anschrift Ihres Grundstücks
    • Den aktuellen Grundbuchauszug
    • Mögliche Miteigentümer
    • Die Bezeichnung der Flurstücke
    • Die Grundstücksgröße
    • Die Gebäudegröße
    • Die Nutzungsart (Wohn- oder Geschäftsgebäude)

Der Flurstücksnachweis zur Grundsteuer B

Die Finanzämter benötigen Flurstücksnachweise Ihrer Grundstücke. Die Hessische Finanzverwaltung stellt hierfür ein digitales und kostenloses Portal zur Verfügung, über das Sie Ihre Flurstücke abrufen können.

Die Anleitung der Hessischen Finanzverwaltung finden Sie hier zum Download.

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